Ganzjahresfütterung bei Wildvögeln: Warum Fütterung in der Kükenzeit entscheidend ist
Die Ganzjahresfütterung von Wildvögeln hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert. Dahinter steht die wachsende Erkenntnis, dass eine rein saisonale Fütterung den heutigen Lebensbedingungen vieler Vogelarten nicht mehr gerecht wird. Veränderungen in der Landschaft, eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und der deutliche Rückgang an Insekten haben dazu geführt, dass natürliche Nahrungsquellen vielerorts dauerhaft eingeschränkt sind.
Warum Ganzjahresfütterung heute so wichtig ist
Während es früher in vielen Regionen ausreichend war, Vögel vor allem in den Wintermonaten zu unterstützen, zeigt sich heute ein anderes Bild. Gerade im Frühjahr und Sommer, wenn Brut und Aufzucht stattfinden, ist der Energiebedarf besonders hoch. Altvögel benötigen kontinuierlich energiereiche Nahrung und zugleich eiweißreiche Kost für ihre Jungvögel. Genau in dieser sensiblen Phase ist das natürliche Nahrungsangebot jedoch oft lückenhaft.
Nach den Beobachtungen von Peter Berthold ist der Mangel an Insekten dabei ein zentraler Faktor. Viele Jungvögel sind in ihren ersten Lebenswochen auf proteinreiche Insektennahrung angewiesen. Fehlt diese, sinken die Überlebensraten deutlich. Gleichzeitig führen strukturarme Gärten, versiegelte Flächen und monotone Agrarlandschaften dazu, dass Vögel immer weniger geeignete Nahrungsräume finden.
Eine angepasste Wildvogelfütterung kann diese Defizite zwar nicht vollständig ausgleichen, aber sie wirkt stabilisierend auf lokale Vogelpopulationen. Sie unterstützt Altvögel während der kräftezehrenden Brutzeit und kann dazu beitragen, dass mehr Jungvögel erfolgreich flügge werden. Damit wird sie zu einem wichtigen Baustein im praktischen Artenschutz direkt vor der eigenen Haustür.
Sommerfütterung in der Kükenzeit
Die Kükenzeit im Frühjahr und Sommer ist eine besonders sensible Phase im Jahr für Wildvögel. Altvögel benötigen in dieser Zeit viel Energie, um ihre Jungen zu versorgen. Gleichzeitig brauchen Jungvögel leicht verdauliche und nährstoffreiche Nahrung für ein gesundes Wachstum.
Viele Vogelarten verbrennen beim Fliegen große Mengen Energie. Deshalb ist eine energiereiche Wildvogelfütterung in dieser Phase besonders wichtig.
Im Sommer werden große Körner wie Sonnenblumenkerne von einigen Arten weniger bevorzugt. Stattdessen nehmen viele Vögel kleinere, feine Saaten zusätzlich besser an, da diese leichter aufzunehmen und zu verdauen sind.
Welche Nahrung Wildvögel in der Aufzuchtzeit brauchen
In der Brutzeit benötigen Wildvögel eine besonders ausgewogene Ernährung. Körnerfresser füttern ihre Jungvögel nicht mit harten Samen, sondern mit aufgeweichten und vorverdauten Saaten aus dem Kropf. Dadurch entsteht eine breiige, leicht verdauliche Nahrung.
Zusätzlich spielt tierisches Eiweiß eine entscheidende Rolle. Insekten sind eine wichtige Proteinquelle für das Wachstum der Jungvögel. In strukturarmen Lebensräumen kann ein ergänzendes Futterangebot sinnvoll sein.
Eine erfolgreiche Aufzucht basiert auf einer Kombination aus weichen, gut verdaulichen Pflanzenbestandteilen, proteinreicher Insektennahrung und wichtigen Mineralstoffen.
Empfohlene Futtermischung für die Kükenzeit
Unsere Wildvogel Spezial Mischung Kükenzeit wurde speziell für die Bedürfnisse während der Brut- und Aufzuchtphase entwickelt. Sie enthält besonders kleine und leicht verdauliche Sämereien, die ideal für Jungvögel und Altvögel geeignet sind.
- Für die Brutzeit (März–August) entwickelt
- Über 30 natürliche Sämereien, Beeren & Blüten
- Ohne Sonnenblumenkerne, Nüsse & Insekten - sicher für Küken
- Kleine, leicht verfütterbare Körner & Beeren
- Mit Jurakalk für Calcium & starke Knochen
- Für viele Arten wie Meisen, Spatzen & Finken geeignet
- Unterstützt die heimische Artenvielfalt im Garten und auf dem Balkon
Insektenfütterung – heute wichtiger denn je
Durch den starken Rückgang von Insekten ist natürliche Nahrung oft nicht mehr ausreichend vorhanden.
Geeignete Futterinsekten sind:
- Mehlwürmer
- Regenwürmer
- Wachsmottenlarven
- Heimchen
Wichtig: Insekten sollten immer als Ergänzung betrachtet werden und abwechslungsreich angeboten werden.
Besonders profitieren von der Sommerfütterung Sperlinge, Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönige und Amseln. Diese Arten nehmen das zusätzliche Futter gut an und können ihre Jungen unter günstigen Bedingungen erfolgreicher aufziehen.
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So bereitest du sie richtig vor:
Die Lösung ist einfach:
Weiche die Mehlwürmer vor dem Verfüttern etwa 10–20 Minuten in warmem Wasser ein.
Danach sind sie weich, leicht aufgequollen und deutlich besser geeignet für die Aufzucht der Küken.
👉 Wichtig: keine getrockneten Insekten als alleinige Quelle, sondern möglichst frische oder gut angefeuchtete Varianten anbieten.
Das kann die Versorgung der Jungvögel in Siedlungsräumen sinnvoll unterstützen und ihre Entwicklung positiv begleiten.
So richtest du eine sichere Futterstelle ein
- Erhöhte Position (mindestens 1,5–2 m über dem Boden)
- Katzensicher und gut einsehbar
- Trocken und vor Regen geschützt
- Bevorzugt Futtersilos statt offener Schalen
- Regelmäßige Reinigung (1–2× pro Woche mit heißem Wasser)
- Mehrere kleine Futterstellen reduzieren Konkurrenz und Stress
Wichtig: Futter nicht dauerhaft auf dem Boden ausbringen,
da dies das Risiko für Parasiten und Krankheiten erhöhen kann.
Fazit
Die Ganzjahresfütterung ist heute ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Besonders in der Kükenzeit kann eine gezielte Fütterung die Aufzucht vieler heimischer Vogelarten sinnvoll unterstützen. Mit der richtigen Mischung aus kleinen Saaten und ergänzenden Insekten kann jeder Garten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Vogelwelt leisten.